Selbstmanagement

Ein Artikel von Rebekka Asbach


Was verstehen wir unter Selbstmanagement?

Wenn wir Selbstmanagement hören oder lesen, denken wir oft an Optimierung und an höher, schneller, weiter. Wir sollten uns jedoch gerade hier auf einen liebevollen und verständnisvollen Umgang mit uns ganz persönlich fokussieren. Es geht auf jeden Fall auf der einen Seite darum, die vorhandene Zeit zielführend zu nutzen, unsere Ressourcen und Stärken sinnvoll einzusetzen sowie diese weiter auszubauen. Auf der anderen Seite geht es jedoch auch darum, dass wir angemessen mit uns selbst sprechen, keine unerreichbaren Erwartungen an uns selbst stellen, keine für uns unerreichbaren Ziele setzen, dass wir uns Auszeiten gönnen und vermeintliche Fehler zulassen.

Unter Selbstmanagement verstehen wir grundsätzlich die Fähigkeit und Kompetenz die berufliche Entwicklung und persönliches Wachstum eigenständig gestalten zu können. Menschen mit einem ausgeprägten Selbstmanagement lassen sich wenig von äußeren Umständen und Einflüssen leiten oder beeinflussen. Sie können außerdem besser mit Herausforderungen und Problemen umgehen. Grundsätzlich bedeutet es sich selbst organisieren zu können, ToDos im Blick zu haben, Aufgaben gründlich zu erledigen, vorausschauend zu planen, priorisieren zu können und dabei noch motiviert zu bleiben.

Das kann alles nach sehr vielen zusätzlichen Aufgaben und extra Druck klingen, jedoch geht es bei dem Thema Selbstmanagement noch um das ganz andere Thema Selbstführung. Hier können wir in vier Kategorien unterscheiden:


Zum einen haben wir den Bereich unserer Gedanken. Hier geht es um unser Selbstbewusstsein, unsere Selbstannahme, den Wert den wir uns selbst zuschreiben, sowie unsere persönlichen Ziele, Stärken und Schwächen. Sich mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen und die Gedanken beeinflussen zu können, stellt die Grundlage hierzu dar.

Der zweite Baustein der Selbstführung beinhaltet den Umgang mit unseren eigenen Gefühlen. Wie erfolgreich wir uns selbst beherrschen können, wie stark wir uns selbst motivieren können, wie wir uns selbst wahrnehmen und ob wir mental unabhängig sein können.

Darüber hinaus geht es in unsere persönliche Entwicklung. Hier geht es darum, sich mit unserem Wachstum auseinanderzusetzen, unsere Eigenverantwortung wahrzunehmen, unsere Selbstwirksamkeit zu nutzen und in eine Lebensbalance zu finden.

Als letzten Baustein gibt es noch unser Verhalten. Hier ist es wichtig, dass wir unser Verhalten steuern, uns selbst organisieren sowie disziplinieren können und das Neinsagen auch zu unseren Fähigkeiten zählt.

Diese vier Bereiche stellen einen Kreislauf dar, sie gehen also immer ineinander über und die Entwicklung sowie das Einsetzen dieser Fähigkeiten hören nicht auf.

Warum ist Selbstmanagement und Selbstführung so wichtig?

Ich sage immer: "Wir müssen erst uns selbst führen können, bevor wir andere führen."

Das bedeutet nicht, dass wir eine Führungskraft sein müssen um andere zu führen, sondern es geht hier um den grundsätzlichen Kontakt mit unseren Mitmenschen. Wir sollten immer erst bei uns selber anfangen. Wir kennen wahrscheinlich alle diesen Satz "Du musst erst dich selbst lieben, bevor du jemand anderen liebst" und da ist tatsächlich sehr viel Wahres dran. Bevor wir uns nicht selber kennen, uns mit uns selber auseinandersetzen, wissen was uns stärkt, glücklich macht, triggert, wütend oder traurig macht, können wir nicht wertschätzend mit anderen Menschen in den Kontakt treten und für sie da sein.

Zum anderen hat der Tag grundsätzlich 24 Stunden und wir bekommen - auch wenn wir unglaublich viele Aufgaben haben oder uns gestresst fühlen - nicht mehr Zeit zur Verfügung gestellt. Das bedeutet also, dass wir die uns zur Verfügung stehenden Zeit "optimal" nutzen sollten. Was wir also tun können, ist uns selber mehr Zeit zu schenken, indem wir an unserem Selbstmanagement arbeiten, uns wirklich kennenlernen, Pausen gönnen und verschiedene Tools in unseren Alltag einbauen.

Drei direkte Tipps zur Umsetzung

Der erste Schritt sollte also immer zu uns selbst gehen und somit auch zu unseren Bedürfnisse, Werten und Zielen. Was ist mir besonders wichtig in meinem Leben, nach welchen Werten möchte ich mein Leben sowie Alltag gestalten und was sind meine Ziele in naher sowie ferner Zukunft?

Es geht hierbei darum, sich mit den eigenen Zielen auseinanderzusetzen, sich selbstkritisch zu hinterfragen und sich demnach dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung zu öffnen. Da unsere Haltung, unsere Sichtweisen sowie Meinungen unsere Erlebniswelt kreieren und Stress immer bei uns im Kopf beginnt, sollten wir uns gerade mit uns ganz persönlich auseinandersetzen.

Wenn wieder einmal viele Aufgaben auf uns zukommen und wir das Gefühl haben scheinbar alles zur gleichen Zeit erledigen zu müssen, bietet sich die Eisenhower Matrix an, als zweiter Tipp.

Hier ist es wichtig, dass wir uns unsere ToDo Liste vornehmen und alle (!) Aufgaben in diese Matrix übertragen.

Die erste Spalte oben links stellt die Aufgaben dar, die wichtig sind jedoch gerade nicht dringend. Hier geht es um eine qualitative Aufgabe, wie zum Beispiel das Vorbereiten einer wichtigen Sitzung. Ist diese Sitzung noch einige Wochen in der Zukunft, ist sie sehr wichtig, jedoch können wir die Vorbereitung auf einen Tag datieren. So ist die Aufgabe erstmal aus unserem Kopf heraus und unser Kalender erinnert uns zu angemessener Zeit daran.


In die Spalte rechts oben tragen wir alle Aufgaben ein, die gerade wichtig und dringend sind. So ist die Zeit nun ein wenig vergangen und unser Kalender erinnert uns an die wichtige Sitzung. Nun sollten wir diese sofort erledigen.

In die Spalte unten rechts tragen wir alle Aufgaben ein, die dringend jedoch nicht so wichtig sind. Das kann zum Beispiel so etwas sein wie das Aufräumen der Wohnung. Können wir dies vielleicht etwas reduzieren oder die Aufgabe sogar an eine andere Person delegieren?

Die letzte Spalte ist für die Aufgaben gedacht, die tatsächlich nicht wichtig und auch nicht dringend sind. Müssen die Blumen wirklich umgetopft werden oder geht es ihnen eigentlich noch gut und müssen die Fotos auf dem Computer sortiert werden oder sind sie auch so in Ordnung? Häufig haben wir Aufgaben, die direkt gestrichen werden dürfen, da sie uns selbst unnötig unter Druck setzen.

Als dritter Impuls ist die zwei Minuten Regel sehr sinnvoll. Alles was wir unter zwei Minuten erledigen können machen wir sofort. So sparen wir uns am Ende viel Zeit, da wir Aufgaben nicht unnötig aufschieben sondern sofort erledigen.

Setzen wir diese drei Impulse um, kommen wir einer gesunden Selbstführung und Selbstmanagement sehr nah und finden heraus wie wir für ein glückliches und stressfreieres Leben führen können.

Lerne dich selber kennen und kombiniere Optimierung mit Selbstliebe.
 

Rebekka Asbach ist Systemische Beraterin, Erziehungswissenschaften (M.A.), Sport- und Bewegungspädagogik (B.A.). Sie war mehrere Jahre als Kita-Leitung tätig. Heute ist sie Referentin (Teamentwicklung, Stressmanagement, Achtsamkeit), Coach (Führungs- und Life-Coaching), Speakerin, Autorin und Dozentin an der iu Internationale Hochschule. Sie sagt: “An meiner Arbeit ist es mir besonders ein wertschätzender und vertrauensvoller, ehrlicher Umgang miteinander wichtig. Es ist mir ein Herzensanliegen, dass meine Kund:innen ebenfalls einen wertschätzenden sowie liebevollen und gesunden Umgang mit sich selbst erlernen. Mir ist es wichtig produktiv zu sein, eine positive Haltung gegenüber den Mitmenschen sowie sich selbst gegenüber zu haben und eigene „Fehler oder Schwächen“ bei sich selbst akzeptieren zu können.“


Website: www.rebekkaasbach.com

Instagram: @rebekka.asbach

 
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