Fühlen und Erleben statt Wischen und Tippen

Wie digitale Medien Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen können.



Viele Erwachsene dürften mittlerweile bei Begriffen wie Digitalisierung und Apps zusammenzucken. Durch die Geschwindigkeit in denen technische Entwicklungen stattfinden, kombiniert mit der ständigen Erreichbarkeit, die einige von ihnen schaffen, werden sie mittlerweile oft mit Stress und Unausgeglichenheit in Verbindung gebracht.

Sollte man dann nicht alles Digitale solange wie möglich von Kindern fernhalten?

Nein, wichtig ist aber, dass Kinder kontrolliert mit den neuen Medien aufwachsen und dabei einen natürlichen Umgang mit ihnen erlernen. Digitales wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen und es ist wichtig, dass Kinder schon früh damit umgehen können. Pädagogische Fachkräfte können sie dabei unterstützen eine Medienkompetenz aufzubauen. Richtig dosiert können digitale Medien das Heranwachsen und Lernen sogar positiv beeinflussen. Damit Kinder ihre eigenen Kommunikationsräume entwickeln können, ist es wichtig ihnen vielfältige Interaktionsmöglichkeiten zu bieten und dafür Ressourcen wie Zeit, Raum und Materialien bereitzustellen. Das bewusste integrieren von Sprachanlässen ist dabei besonders wichtig. Digitale Medien können diesen Anlass geben und damit kreative Schaffensprozesse der Kinder fördern und die Freude am Sprechen anregen. Digitalen “Tools” wie Vorlesestifte und Hörbücher treten mit den Kindern in Interaktion, um über Gesehenes und Gehörtes zu sprechen, Fragen zu stellen und gemeinsam mit ihnen Neues zu entdecken. Besonders Kinder mit geringeren Sprachkenntnissen oder wenig Vorlese-Erfahrungen lassen sich mit vielen Bildern und multimedialen Elementen einfacher für Geschichten begeistern.


Aber worauf muss man bei der Auswahl des Mediums achten?

Die Altersangaben der Hersteller geben einen Anhaltspunkt. Dann sollte das Verhältnis von Text und Bild stimmig gewählt sein. Kinderbuch Apps und dazugehörende Spiele sollten nicht zu weit von der Geschichte abweichen. Ist der Spielanteil in einer App hoch, kann parallel aus einem Sachbuch vorlesen werden. Außerdem sollten die Spiele-Apps keine Werbung enthalten und einen Schutz vor in App Käufen durch Kindersicherung integriert haben. An der Datenbank des Deutschen Jugendinstituts (DJI), in der Apps für Kinder übersichtlich kategorisiert werden, kann man sich orientieren, um trotz der Schnelllebigkeit digitaler Entwicklungen den Überblick zu behalten.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Sei es eine Vertonung eines Hörbuchs, die Dokumentation von Ausflügen mit Kameras oder ein Stop Motion Film, die Gelegenheiten digitale Medien einzusetzen, sind vielzählig. Die Technik des Stop Motion Films bietet beispielsweise eine Option, einen kreativen Umgang mit diesen Medien kennenzulernen und sie als eine von vielen Ausdrucksmöglichkeiten zu nutzen. Zudem erweitern die Kinder durch diese Technik ihr Verständnis für bewegte Bilder und den Zusammenhang zwischen Bild und Film. Dabei ist es wichtig, dass die Kinder Stück für Stück herangeführt werden, damit sie nicht überfordert sind. Auch in der Raumgestaltung können Medien zum Einsatz kommen. Im Pädiko-Medienatelier werden zum Beispiel Beamer und Overhead-Projektoren in Kombination mit Schatten, Spiegeln und transparenten Materialien genutzt, um unterschiedliche Themen aufzugreifen und zu veranschaulichen.

Dabei wird ein ganzheitlicher Lernprozess angeregt, der mit allen Sinnen erfahrbar ist und die Kinder in neue Welten eintauchen lässt.

Der Mix macht’s

Das Ziel sollte also nicht sein, die bestehenden Angebote der Einrichtungen zu ersetzen, sondern die klassische pädagogische Praxis zu erweitern. Kinder sollen, dürfen und müssen weiter die unterschiedlichsten Erfahrungen machen, vom Klettern und Toben im Garten über das Malen, Kleben und Basteln hin zu Rollen- und Brettspielen. Doch auch Medien aller Art sollen als ein Element berücksichtigt werden und mit etablierten Praktiken kombiniert werden.


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